Tanah Rata, Cameron Highlands, Malaysia

In die Cameron Highlands, Sultanat Pahan, zu fahren war für mich nicht nur eine Flucht aus dem tropisch heiss-feuchten Wetter, sondern auch eine Flucht vor dem stinkigen britischen Nicht-Gentleman. Leider war es aber auch ein Abschied von meinen neugewonnen holländischen Freunden.

Vom Jungle in die Highlands

Nach der dreistündigen Bootsfahrt auf dem Tanah River von Kuala Tahan nach Kuala Tembling, hatten wir dort die Möglichkeit uns im Restaurant, unter einem Dach mit der Reiseagentur, zu erfrischen und zu stärken. Hier musste ich mich dann von E, J und T verabschieden. Sie fuhren nach Kuala Lumpur, von wo E dann nach Borneo flog und J und T nach Hause. Für mich ging’s mit dem Minivan in die Hügel, in die Hauptstadt Tanah Rata, die auf 1440 müM liegt. Die Luft schien dort klarer und frischer. Es war weniger feucht und etwas kühler. Dies machte sich dann vor Allem abends bemerkbar, wenn lange Hosen und Pulli angebracht waren. So konnte ich dann auch meinen neuen in Penang gekauften Pulli gebrauchen (: Nachts fielen die Temperaturen bis etwa 12 Grad Celsius. Ich genoss es, mich wieder einmal in lange Kleider kuscheln zu können und bei kühlen Temperaturen zu schlafen.

Rafflesia, Teeplantagen und Märchenwald

Für den nächsten Tag buchte ich eine Tagestour. Morgens fuhren wir in ein Gebiet, welches ausserhalb und tiefer als die Cameron Highlands liegt, um die Blume Rafflesia zu sehen. Der Regenwald wird hier genauer als lowland Dipterocarp forest bezeichnet. Dank der Orang Asli (ursprüngliche/natürliche Einheimische), die den Weg etwas geräumt hatten, konnten wir mit dem 4×4 Jeep offroad etwas weiter den Hügel hinauffahren. Danach gingen wir noch etwa 40 Minuten durch den Dschungel, überquerten mehrere kleine Bambusbrücken (Füsse immer quer auf zwei Ästen abstellen, ansonsten riskiert man durchzubrechen) und einen kleinen Bach. 20140717-095348-35628601.jpg

Mit dem Jeep den Hügel hinauf. Gerumpelt hats mächtig.
 
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Auf dem Weg durch den Jungle…

Wir kamen dann zu der Blume, die wirklich sehr gross ist. In der Nähe fanden sich auch schon verweste Blumen und solche die in zwei Monaten, resp. etwa vier Tagen auch blühen werden. Unser super Guide hatte uns auch noch etwas darüber erzählt. Die Pflanze nistet sich in den Lianen ein und braucht 18 bis 36 Monate bis sich ausserhalb eine kleine Knospe (?) bildet. Es dauert nochmals 8 Monate bis die Blume blüht. Diese eindrückliche Erscheinung währt dann aber nur etwa fünf bis sieben Tage, dann setzt die Verwesung ein. In der kurzen Zeit lockt die Blüte Insekten an. Manche sagen, die Blume stinke gewaltig nach verwesendem Fleisch. Wir konnten aber keinen penetraten Geruch ausmachen. Als ich nahe an der Blume war, meinte ich zwar einen Verwesungsgeruch wahrzunehmen, aber ich weiss nicht, ob dies von der Blüte oder dem umliegenden verwelkenden Laub und dem feuchten Untergrund kommt. Unser Guide meinte dann auch, dass es eine Fehlinformation sei, dass Rafflesia stinke, es gäbe aber eine andere Spezies, die dies sehr wohl tue. Ausserdem erzählte er, dass manche glauben, die Blüte öffnet sich mit einer Explosion, wobei aber (hier) beobachtet wurde, dass sich ein Blütenblatt nach dem anderen entfaltet und öffnet und dies 15 bis 20 Stunden in Anspruch nimmt bis die Blüte vollständig geöffnet ist.

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Knospen, die noch 2 Monate, resp. ein paar Tage bis zur Blüte brauchen. Und verweste Blüte.
20140717-094511-35111583.jpgDie grosse, blühende Rafflesia.

Dann besuchten wir die BOH Teeplantage, wo wir einen schönen Überblick über die mit Teeplantagen übersähten Hügel hatten, etwas über den Verarbeitungsprozess lernen konnten und natürlich auch den Tee kaufen. Die meisten Pflanzen wurden damals von den Briten angepflanzt (oder wohl anpflanzen lassen).

20140717-095221-35541816.jpgTeeplantage von BOH in den Cameron Highlands.
 
20140717-094542-35142877.jpgTeepflanzen von BOH in den Cameron Highlands

Wir fuhren dann noch auf den höchsten Berg/Hügel, den Gunung Brinchang (2032 müM), wo wir den Ausblick von einem Aussichtsturm geniessen konnten. Leider zogen jedoch schon etliche Wolken auf und es gab nicht viel anderes als graue Schwaden zu sehen. Wenig weiter unten machten wir noch einen Abstecher in den Wald, der hier ganz anders ist als der oben erwähnte lowland Dipterocarp forest. Hier ist es ein mossy Forest, und es ist unschwer erkennbar warum. Die Bäume hier sind allüber mit Moos bewachsen, es sieht aus wie im Märchen. Ein richtiger Feen- und Elfenwald. In der Nacht würde er aber auch einen perfekten Schauplatz für einen Horrorfilm hergeben. Hier konnten wir Nepenthien (monkey cups, Pitcherplants) in verschiedenen Grössen bewundern.

 

20140717-094606-35166206.jpgAussichtsturm auf dem Gunung Brinchang
20140717-094636-35196931.jpgCentipede (Tausendfüssler) im mossy Forest.
20140717-094636-35196401.jpgMossy Forst (Mooswald), unschwer zu erkennen warum der Wald so beschrieben wird. Herrlich schön märchenhaft.
 
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Nepentes, auch Pitcher plants oder monkey cups genannt. Gefährlich schön. 

An diesem Abend spielte Schweiz – Frankreich und da ich eigentlich keine Fussballspiele schauen wollte und doch ein Spiel der Holländer und Deutschland – Portugal gesehen habe, musste ich doch auch eines der Schweizer sehen. Ich gönnte mir einen zweistündigen Powernap, denn das live Spiel startete hier um 3 Uhr morgens. Während dem kurzen Schlaf habe ich geträumt, ein Alptraum, Frankreich gewann 5:4. Und wie sich ja dann herausstellte, war das Resultat schlimmer als meine Alpträume und ich hätte in dieser Nacht getrost meinen Schönheitsschlaf halten können. Schade wars. Ich bin dann noch,als ins Bett und später am morgen wieder auf. Ich bin dann auf eigene Faust den Wanderwegen entlang, die mehr oder weniger gut kartiert, beschrieben und markiert sind. Auf Grund meinem drang immer höher hinauf gelangen zu wollen, kam ich von meinem ursprünglich geplanten Weg ab und erreichte einen – ehemaligen – Aussichtspunkt. Früher stand da einmal ein Turm, von dem man wohl das Gebüsch, welches mich hier umgab und mir die Sicht versperrte, überschauen und den Blick ins Tal geniessen konnte. Ich ahnte auf welchem Weg ich mich befand und da mir der Wald und die Natur hier sehr gefiel, bin ich diesem weiter gefolgt. Es ging dann wieder bergab, und der Wald wurde etwas liechter. Ich fühlte mich unglaublich glücklich und genoss es sehr an diesem Ort zu sein, der so wunderschön war. Ich durchquerte dann noch einen Lagerplatz bevor ich zum Golfplatz gelang. Als ich diesem entlang lief, sah ich das Smokehouse , ein Haus aus dem Jahre der britischen Kolonialzeit. Es gibt hier einiges, welches an diese Zeit erinnert, da auch damals die Briten schon das kühle Klima als Abwechslung zu der tropischen Hitze zu schätzen wussten. Ich ging dann bis Berinchang weiter, habe noch zwei andere Wanderer getroffen, die mir den Weg zum chinesischen Tempel erklärten, welcher bisher auch nicht auf meinem Programm stand. Der Tempel war eine nette Anlage, aber sehr modern, mit viel Rot und Gold, also nichts was mich besonders aus den Socken gehauen hätte. Nach meinem zNacht versuchte ich die Stimmung auf dem Nachtmarkt mit der Kamera einzufangen und probierte von etlichen der angebotenen Leckereien. Hoch im Kurs standen natürlich Erdbeeren, insbesondere mit Schokoladensauce, Honig und allerlei fritiertes und Durian. Ein Paar aus KL hatte sich eine gekauft und ich durfte probieren. Der Geruch ist weniger schlimm als erwartet, das Aussehen nicht gerade anmächelig (schleimiges grau) und die Konsistenz, flutschig, weich. Nicht meine Lieblingsfrucht, aber ich habe gerne probiert. Am nächsten Morgen machte ich mich, zusammen mit dem belgischen Paar, auf den Weg über Kuala Lumpur nach Melakka.

 

written by Stephanie Huber

Photography by Stephanie Huber

all rights on text and photo reserved.

 

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